Das Kirchspiel Karpauen

 

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Das Kirchspiel Karpauen (Groß Karpowen)
 
An der westlichen Grenze des Kreises Angerapp (Darkehmen) findet man auf der Landkarte das Kirchdorf Karpauen (Karpowen).
Sein Pfarreibezirk (=Kirchspiel) nahm unter den Kirchspielen Ostpreußens eine besondere Stellung ein, denn etwa die Hälfte einschließlich dem Kirchhof Karpauen gehörte dem Kreis Angerapp (Darkehmen), die andere Hälfte dem Kreis Gerdauen an.
 
Als Ostpreußen nach dem 1. Weltkrieg neu aufgegliedert wurde, blieben die Kirchkreise im allgemeinen identisch mit den politischen Kreisen (22 von nunmehr 39 Stadt- und Landkreisen).
Die protestantischen Diözesen Darkehmen und Gerdauen wurden jeweils Superintendenturen.
Zuvor hatte dieses Gebiet jedoch eine recht bewegte und komplizierte Geschichte.
Die Kirchspielgrenzen haben sich mehrfach verändert; desgleichen verwaltungsmäßige Zuständigkeiten.
Das Kirchspiel Karpowen ist erst 1847 von Trempen abgezweigt worden. Und das Kirchspiel Trempen ist eines der ältesten östlich von Insterburg und unterstand bis Anfang des 19. Jahrhunderts der Gerdaunisch - Nordenburgischen Inspektion, erst danach der Diözese Darkehmen.
 
Der Deutsche Ritterordenverpfändete 1469  2 Städte mit Schloß und Mühle (Gerdauen und Nordenburg) an seine Söldnerführer, die Gebrüder Georg und Christoph v. Schlieben.
Da der Orden das Pfand nicht einlösen konnte, wurden sie Eigentümer eines riesigen Areals, das sich bis in die Ämter Darkehmen und Angerburg erstreckte. Dazu gehörten 14 Dörfer, darunter auch das "in der gemeinen Wüste liegende Dorf Carpowen, 2 Ordensghuthöfe, 4 Forsten und 3 Seen (Bänetin, Molthyn und Aßrin), sowie Heiden, Wälder und Wildnisse".
Die Grafen v. Schlieben errichteten in der "gelichteten Wildnis" zahlreiche neue Güter und Dörfer. Über die Tremper Kirche übten sie seit jeher das Patronatsrecht aus.
 
Mitten durch Trempen verlief die Grenze zwischen dem "preußischen" Natangen und den "litauischen" Nadrauen.
Das sogenannte Preußisch - Litthauen, ein Gau innerhalb des Königreichs Preußen, reichte vom Memelland bis nach Masuren.
Obwohl preußisch waren die Bewohner vorwiegend litauischer Abstammung und sprachen auch litauisch, nach Süden hin und seit der letzten Jahrhundertwende aber immer mehr abnehmend.
Manche ältere Landsleute unter uns werden sich vielleicht noch erinnern können an die litauischen und z.T. heidnischen Gebärden ihrer Vorfahren.
Auch die zahlreichen "undeutsch" klingenden Ortsnamen waren im Dritten Reich Anlaß zu ihrer Umbenennung.
So wurde aus Groß Karpowen am 16.07.1938 Karpauen.
 
Die politische Neugliederung Ostpreußens berücksichtigte also eher die ehemaligen Grenzverläufe der Gaue, weniger die der kirchlichen Amtsbezirke, so dass 1920 das Kirchspiel Karpowen je zur hälfte dem Kreis Gerdauen (und damit zum Regierungsbezirk Gumbinnen) zufiel.
Die Bewohner im Westteil gingen weiterhin nach Karpowen zur Kirche, ließen sich dort taufen, einsegnen und trauen, denn die nächste Kirche war erst in Nordenburg.