Das Kirchspiel Karpauen

 

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Die Kirche und seine Pfarrer in Karpauen
 
 
Nachdem das Kirchspiel Groß Carpowen 1847 vom Kirchspiel Trempen abgezweigt wurde, erhielt es 1860 auch eine massive Pfarrkirche.
Die pyramidenförmige Turmspitze war jedoch eine Holzkonstruktion, die 1922 Opfer eines Blitzeinschlags und folgenden Brandes wurde. Auf dem alten Turmschaft wurde dann in gleichem Ausmaß ein neuer massiver aus roten Backsteinen aufgemauert, der sich mit seinen ausgesparten romanischen Bogenimitationen und einem Satteldach harmonisch in Form und Farbe dem alten Bauwerk anpasste.
Mit einer Höhe von 25m war er im Umkreis weithin erkennbar. Sein aufgesetztes geschmiedetes Turmkreuz wurde von dem Darkehmer Schmiede-Obermeister Laumert geliefert.
 
Das Kircheninnere war geprägt durch einen hohen romanischen Bogen aus rotem Backstein, abgesetzt von dem weißgetünchten glatten Innenmauerwerk.
An seiner linken Wange stand etwas erhöht die sechsecki8ge Kanzel aus Eichenholz (?). Die um 2 Stufen erhöhte Apsis hinter dem Bogen nahm den hölzernen Altar auf.
Sein dreieckiger spitzer Ansatz enthielt ein geschnittenes Relief mit der Mutter Maria (?) und dem Sohne auf dem Arm.
Da die Apsis mit 3 großen Bogenfenstern in der Mitte und 2 zur Seite in Richtung Südosten lag, war der Gottesdienstteilnehmer im Kirchenschiff stets beeindruckt von dem sonnendurchflutenden Lichteinfall.
Links neben der Apsis befand sich die Sakristei. Sie beherbergte auch die Heizungsanlage mit dem Kessel, der mit Koks befeuert werden konnte.
 
Der Haupteingang war auf der Turmseite. Nach Durchschreiten des Turmwindfanges erreicht man das Kirchenschiff mit hölzernem Gestühl zu beiden Seiten, das etwa 200 Seelen Platz bot.
Die hölzernen Emporen über dem Eingang und an den jeweils 8 Seitenfenstern fassten zusätzlich noch 150 Sitzplätze.
Über dem Mittelgang hingen 2 Lüster mit jeweils 25(?) Kerzen von der Decke herab.
 
Die Orgel an der Turmseite hatte trotz ihrer einfachen Bauart einen Stimmungsvollen Klangcharakter. Ihr Erbauer ist mir nicht bekannt, ebenso nicht das Baujahr. Sie bestand aus etwa 30 pfeifen, 2 Manualen und 1 Pedalwerk.
Mit Hilfe eines handgetretenen Blasebalgs wurden die Windladen mit Luftstrom versorgt.
 
Organist war vor 1925 viele Jahre Lehrer Radzuweit, danach Lehrer Nöske, 1925 - 1932 Lehrer Alwin Bolz.
Von 1932 bis in die Kriegsjahre hinein begleitete Max Allies den Gemeindegesang. Auch Lehrer Berger aus Rogalwalde kam vertretungsweise nach Karpauen.
 
Eine der beiden Glocken im Turm wurde im 1. Weltkrieg Opfer des überall geforderten Kanonenfutters: Als sie im Jahre 1916 oder 1917 abgegeben werden sollte, musste sie vor dem Abtransport zerschlagen werden, weil die Türen nicht breit genug waren.
Vermutlich im Zuge des Turmneubaus 1922 wurde eine neue zweite Glocke erworben und gleich mitinstalliert.
Auch diese beiden Glocken wurden bis zur Flucht mit dem Strang zum Läuten gebracht, da der 2. Weltkrieg die Pläne zur Elektifizierung unserer ländlichen Streusiedlung vereitelte.