Ist ein holverarbeitender Beruf, welcher aus dem ZIMMERMANN hervor gegangen ist.
Der Böttcher stellte meist Gefäße wie Fässer, Tröge, Wannen, Wasserkannen, Melkeimer und Milchkannen her.
Deputant
Laut deutschem Fremdwörterlexikon ist ein Deputant "jemand, der auf ein Deputat Anspruch hat".
De·pu'tat: in Naturalien entrichteter Teil des Lohnes; zukommender Anteil (z.B. an Unterrichtsstunden) lat. deputatum "zugewiesener Anteil"; zu deputare
Dorfschulze
= Ortsvorsteher bzw. Bürgermeister
Der Dorfschulze wurde von den Bürgern des Dorfes mehrheitlich gewählt und von Staatlicher Stelle bestätigt.
Er bekam für Seine Arbeit eine kleine Entlohnung und wurde von allen Dorfarbeiten befreit..
Freiarbeiter
Freiarbeiter, die ihren Lebensunterhalt außerhalb des Dorfes bestritten
Freiarbeiter (Entlohnung nur mit Bargeld):
Lohnarbeiter, landlose Einlieger, Büdner, Kleinstellenbesitzer, Kätner, Kossäth, Accordarbeiter.
Hausgehilfin
= Kindermädchen
... wurde auch für andere Arbeiten im Haus herangezogen.
Hofgänger
Hofgänger nannte man jene Arbeitskraft, die der Tagelöhner anstelle seiner Ehefrau auf den Gutshof zur Arbeit schickt und selbst unterhalten muß.
Der Hofgänger erhält die erste Zeit, mindestens ein viertel Jahr lang, überhaupt kein Geld.
Die Aufgabe des Hofgängers war z.B. das Wasserholen vom Brunnen. An einer Dracht(Trage) hängen zwei Eimer.
Jeden Tag muß der Hofgänger vier- bis fünfmal laufen und zwar des morgens, mittags und abends.
Hofgaenger gab es erst nach Aufhebung der Leibeigenschaft.
Inspektor
Prüfer / Kontrolleur
Instleute, oder
Enstmann, oder Ensmann
Die Arbeiter lebten in kleinen Häusern auf dem Gut und hatten jeweils ein Stück Land.
Sie erhielten neben ihrer Bezahlung auch ein sogenanntes Deputat.
Das bestand beispielsweise aus Getreide und Kartoffeln, damit sie ihr Land dort bestellten konnten.
Instmann (enstmann, vereinzelt ensmann): verheirateter Landarbeiter, der mit einem Arbeitgeber, d.h. einem größeren Bauern oder Gutsbesitzer, einen Arbeitsvertrag für längere Zeit, mindestens 1 Jahr, abgeschlossen hat.
Er hat außer einem bescheidenen Barlohn für geleistete Arbeit freie Wohnung in dem Insthaus des Arbeitgebers, freies Brennmaterial (Holz, Torf), einen Hausgarten, ein Stück Acker, auf dem der Kartoffeln oder auch Getreide anbauen kann, Weide für eine Kuh, 1-2 Schafe, 1-2 Schweine, dazu ein Fuder Heu, Brot- und Futtergetreide, und das Recht, eine beschränkte Anzahl von Hühnern zu halten. Als Gegenleistung für Wohnung, Land usw. hat er im Laufe des Jahres eine im Arbeitsvertrag genau festgelegte Anzahl von Arbeitstagen abzuleisten. Er ist ferner verpflichtet, einen oder mehrere Schaewerker als Arbeitskräfte zu stellen.
Das sind meistens die Frau und die arbeitsfähigen Kinder des Instmannes. Wenn die Frau wegen kleiner Kinder opder aus gesundheitlichen Gründen nicht arbeiten kann, muß der Instmann fremde Arbeitskräfte als Scharwerker stellen, die bei ihm wohnen und beköstigt werden.
Sie erhalten von ihm etwas Bargeld und oft einen Anteil am Deputat. Wenn die Frau als Scharwerkerin mitarbeitet, werden beide vom Arbeitgeber verköstigt.
Das war bis zum 1. Weltkrieg noch allgemein der Fall. Wenn der Instmann keinen Kartoffelacker und keine freie Weide für eine Kuh hat, liefert der Arbeitgeben Kartoffeln und Milch.
Im Winter musste der Instmann mitdreschen und erhielt dafür beim Flegeldreschen den 10. Scheffel, bei Dreschen mit Pferden den 15.Scheffel, beim Dreschen mit Dampf den 18. Scheffel oder auch einen Zentner. In den Jahren nach dem 1. Weltkrieg trat an die Stelle des Wortes Instmann immer mehr die Berufsbezeichnung Deputant.
Der alte Dienstwechseltermin für die Instleute war der Michaelistag (29. September).
Es gibt im Zusammenhang mit Instmann die Bezeichnungen. Instfamilie, Instfrau, Insthaus, Instkate, Instkind, Instleuet (auch Insten), Instmannsbart, Instmannskind, Instmannsschwengel, Instweg (Weg der Instluet zum Hof) und Instwohnung
Kämmerer
Der Kämmerer hatte die Aufsicht über die Kammer und den Schatz. Später verlor er diese Funktion an den Schatzmeister.
Heute noch ist der Stadtkämmerer der Leiter der Finanzverwaltung einer Stadt.
Kinderfräulein
Kinderfürsorge / Tagesmutter
Köhler
Stellt aus Holz, welches in Meilern verschwelt wird Holzkohle und Pech her.
Krüger
Gastwirt
Kutscher
Führer eines Pferdefuhrwerks. Der Kutscher hatte auch die Aufgabe des Anschirrens (Anspannes) des Wagens und Füttern und Pflege der Tiere.
Küchenmädchen
Gehilfin des Kochs
Landjäger
Polizist (Wohnte dann im Landjägerhaus)
Losmann
Gelegenheitsarbeiter, Knecht, Tagelöhner.
Ursprünlich war ein Los ein Streifen Land (oft neu-erschlossenes, urbar gemachtes Parzelliertes Land),
welches per Los-Entscheid vom Neusiedler erworben wurde.
Das Land war nicht groß genug um damit eine Familie zu ernähren, so dass der Losgänger eine Zusatzarbeit
annehmen musste.
Melker
Der Melker hatte für das Vieh zu sorgen. Die Arbeit dauert den ganzen Tag (Füttern, Aufzucht, Melken und Säubern des Stalls)
Müller
Der Müller mahlt das Korn in seiner Mühle. Er durfte einen Teil des Mahlgutes für sich behalten.
Es gibt Wasser und Windmühlen (Hauptsächlich Bockwindmühlen), aber auch Ölmühlen (Stampfmühlen) zur Ölgewinnung aus Lein- oder Rapssamen.
Obermelker
Ein Schweizer konnte, wenn er nachher alle Kühe unter sich hatte, es auch zum Oberschweizer (Obermelker)bringen.
Oberschweizer
=Obermelker
Ein Schweizer konnte, wenn er nachher alle Kühe unter sich hatte, es auch zum Oberschweizer bringen.
Pflichtjahrmädchen
damals war es üblich, daß junge Mädchen nach der Schule ein Pflichtjahr absolvierten.
Diese wurden meist im Haushalt oder der Landwirtschaft eingesetzt.
Rademacher
Der Rademacher stellt kompliziert zu bauenden Räder für Wagen und Fuhrwerke her.
Aber er machte auch Naben, Speichen, Felgen, Deichseln oder Schlittenkufen.
Im 19. Jahrhundert entwickelte sich aus dem Rademacher der STELLMACHER
Rendant/in
jemand, der in einer Institution für die Verwaltung des Geldes zuständig ist.
Auch Kämmerer, Rechnungsführer / Buchhalter genannt.
(Ein auszahlender Kassenführer eines Betriebes)
Schmied
Er war für die Beschlagung der Pferde mit Hufen zuständig.
Er mußte aber auch hölzerne Wagenräder bereifen, Ackergeräten herstellen bzw. reparieren
Schneider
Wurde auch SCHRÖDER genannt.
Der Schneider stellte professionell zugeschnittene Kleidung (meist für die gehobene Bevölkerung) her.
Schröder
= SCHNEIDER
Schuster
Schuhhersteller (Holzschuhe, Holzpantinen und Lederschuhe).
Meist mußte der Schuster um seinen Lebensunterhalt besteiten zu können, nebenbei noch Acker- und Viehzucht betreiben.
Schweizer
Melker, Kuhhirt und Pfleger der Viehherde. Die ersten waren aus der Schweiz gekommen. Bis zuletzt gab es noch einige "echte Schweizer" in Ostpreußen. Oberschweizer = Obermelker.
Stellmacher
Der Beruf des Stellmachers entstand im frühen 19. Jahrhundert aus den beiden Berufen RADEMACHERr und WAGNER.
Während die Rademacher sich zuvor auf die Produktion von Wagenrädern spezialisierten, fertigten die Wagner die Wagengestelle.
Stubenmädchen
Das Stubenmädchen ist für die gehobenen Hausarbeiten zuständig. Es sorgt für Ordnung und Sauberkeit im Haus, hilft der Gutsfrau bei der Morgentoilette und hält die Wäsche der Herrschaften instand. Seine Anweisungen erhält es von der Mamsell.
Tagelöhner
Tagelöhner waren um 1800 eine relativ neue Erscheinung, die erst mit der Aufhebung der Leibeigenschaft oder Erbuntertänigkeit entstand. Es gab vertraglich gebundene und freie Tagelöhner. Vertraglich gebundene „Gutstagelöhner“ (in Ostdeutschland ‚Instleute' genannt) waren das ganze Jahr über beschäftigt (und daher vergleichsweise teuer). Sie waren in ihrer Existenz relativ sicher, wenn auch bei relativ niedrigem Lebensstandard. Freie Tagelöhner dagegen wurden nur bei tatsächlichem Bedarf eingestellt. Bei ihnen muss man unterscheiden zwischen grundbesitzenden (Eigenkätner, Häusler, Büdler) und grundbesitzlosen (Einlieger, Freileute, Losleute). Den grundbesitzenden Tagelöhnern, die v.a im Südwesten Deutschlands vertreten waren, ging es von allen Landarbeitern
wirtschaftlich am Besten, die Lohnarbeit war für sie nur ein ‚Zubrot'. Die grundbesitzlosen hingegen führten im Allgemeinen eine sehr kümmerliche Existenz.
Zu ihnen gehört auch die Gruppe der Wanderarbeiter (oft Slawen), die in großer Zahl während des Sommers auf den großen Gütern Mittel- und Ostdeutschlands tätig, im Winter aber oft arbeitslos waren. Gerade das Fehlen eines regelmäßigen Einkommens brachte viele freie Tagelöhner dazu, Arbeit in den Fabriken der nun aufblühenden Industriestädte zu suchen.
Untermelker
Gehilfe des Melkers
Volontär
Praktikant / Lehrling
Wagner
Wagenbauer
Wirt/in
Als "WIRTH" wurde in den Kirchenbüchern und Prästationstabellen gemeinhin der Inhaber einer Bauerstelle mit 2 bis 3 kulm. Hufen Land bezeichnet. Nur in den Grundsteuerurkataster von 1830 im Reg.-Bezirk Königsberg/Pr. sind diese Namen mit der Berufsbezeichnung "BAUER" aufgeführt. Man kann also davon ausgehen, daß ein "Wirth" in heutigem Sinne ein Bauer oder Landwirt war.
Der GASTWIRT wurde damals als "Krüger" bezeichnet.
Zimmermann
Bauhandwerker, welcher die Holzkonstruktion der Fachwerkhäuser, Ställe bzw. die Hausdachkonstruktion erstellte.